#New Pay: Folge 17 mit Nadine Nobile über neue Vergütungs- und Arbeitsmodelle sowie mit der Frage, ob New Work eigentlich ohne New Pay wirklich erfolgreich sein kann

"New Pay ist für uns im Grunde die Antwort darauf, wenn ich mich als Organisation entschließe, neue Arbeitsweisen zu etablieren und die auch konsequent zu leben, sich auch zu fragen: Welche Folgen hat das für das Vergütungssystem für die eigene Organisation?"

 

Nadine, Sven und Stefanie wollten nicht das hundertste Buch zu New Work schreiben und doch hatten sie das Gefühl, dass in den ganzen Diskussionen zu New Work ein zentraler Aspekt noch gar nicht betrachtet wird: das Vergütungsmodell und die Frage, ob New Work, wenn man es ernst meint, überhaupt ohne New Pay erfolgreich sein kann. Nach vielen spannenden Projekten, einer Blogparade zu dem Thema und vielen Interviews mit verschiedenen Organisationen vom Einheitsgehalt bis zum Wunschgehalt, entstand das Buch "New Pay" und Nadine, Sven und Stefanie sind seit Beginn dieser Reise Verfechter ihres Herzensthemas.

 

"Über Geld spricht man nicht!": Und doch sehen wir in den letzten Monaten vermehrt Vorträge, Artikel oder LinkedIn Posts, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen. Für Nadine ist das keine Überraschung, denn ihrer Meinung nach, hinken wir beim Thema New Pay schon lange hinterher. Viele Organisationen transformieren ihre Arbeitsweisen und Prozesse, führen neue Methoden ein und bauen ihre Räumlichkeiten um, doch das Thema New Pay bleibt in der Regel außen vor. Doch für diese neuen Arbeitsweisen, braucht es neue Arbeitszeit- und Vergütungsmodelle, denn sie sind nicht ausgelegt auf agile, selbstbestimmte Teams oder Führungskräfte auf Zeit. Und dann stellt sich schnell die Frage: Wie beurteilen wir wer in einem agilen Team welchen Beitrag leistet, warum braucht Vergütung in einem vollautonomen Team immer noch Hierarchien und warum wissen wir oft gar nicht, wie unsere Vergütung zu Stande kommt? Und wie passen unsere bisherigen Strukturen zu neuen Jobprofilen, neuen Weiterbildungswegen und sich verändernden Kompetenzen? Diese Fragen zeigen laut Nadine auch die Tiefgründigkeit des Themas New Pay, denn an der Art und Weise was und wie wir vergüten, lässt sich außerdem die Kultur ablesen, die in einem Unternehmen herrscht. Das bedeutet aber eben auch, dass wenn wir es wirklich ernst nehmen mit New Work und dieser neuen Arbeitsweise, wir uns dem Thema stellen müssen.

 

Im ersten Schritt zu New Pay braucht es für Nadine manchmal nicht mehr, als das Hinterfragen des eigenen Vergütungssystems und ob es noch zur neuen Ausrichtung der Organisation passt. Und doch zeigen die zehn Organisationen, die die drei im Rahmen ihrer New Pay Reise besucht und interviewt haben, dass New Pay sowohl im Großkonzern, als auch in der kleinen Kreativagentur funktionieren kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Deutsche Bahn: Getrieben von der EVG (der größten Gewerkschaft der Bahn) konnte ein Wahlmodell etabliert werden, in dem Beschäftigte zwischen mehr Urlaub, weniger Wochenarbeitszeit und mehr Gehalt wählen konnten. Und ihre Auswahl alle zwei Jahre ändern können. So passt sich das individualisierte Vergütungsmodell der jeweiligen Lebenssituation an und die Beschäftigten haben die Möglichkeit, selbst, gemäß ihren individuellen Bedürfnissen zu entscheiden. Spannend war für Nadine aber vor allem auch die Bandbreite der Vergütungsmodelle der Organisationen, die sie besucht haben: Hier findet sich vom Einheitsgehalt bis zum Wunschgehalt und ganz vielen Abstufungen eigentlich alles wieder. Deutlich wird dadurch vor allem, dass jede Organisation für sich selbst den besten Weg finden muss. Entscheidend sind dabei zwei Fragen: (1) Was will ich verteilen? und (2) Wie will ich es verteilen? und entlang dieser können Organisationen dann, gemeinsam mit den Beschäftigten, ein Modell finden, dass funktioniert. Allerdings sagt Nadine, haben sie eigentlich bei allen Unternehmen festgestellt, dass das Vergütungssystem nie als "fertig" angesehen wird, sondern immer als Beta-Version empfunden und stetig weiterentwickelt wird.

 

Diese Wahrnehmung als permanente Beta-Version hat es genau deswegen auch in die sieben Dimensionen von New Pay geschafft. Die anderen sechs Dimensionen sind:

  1. Partizipation
  2. Wir-Denken
  3. Transparenz
  4. Selbstverantwortung
  5. Flexibilität
  6. Fairness

Besonders spannend ist der Punkt "Fairness", denn Fairness ist immer ein höchst individuelles empfinden und ein Zustand, der fast unmöglich für alle in einer Organisation zu erreichen ist. Diese gefühlte Gerechtigkeit ist es, die das Thema New Pay so komplex, aber vor allem auch individuell macht. Umso entscheidender ist die Frage: Was möchte ich eigentlich, das vergütet wird?

 

 

Du willst mehr über New Work und New Pay erfahren? Außerdem möchtest du tiefer in Praxisbeispiele zu verschiedenen, neuen Vergütungssystemen einsteigen? Dann hör direkt hier in die aktuelle Folge mit Nadine rein!

 

Shownotes:

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