#Führung im Großkonzern neu denken: Folge 20 mit Julia Küting, Head of HR bei thyssenkrupp Elevator, über ihren persönlichen Führungsweg, ihre Motivation Führung im Konzern einmal anders zu versuchen und die größten Herausforderungen auf dem Weg

“Je weiter ich mich in der Führungshierarchie entwickelt habe, desto einsamer habe ich mich gefühlt, weil ich mich, durch den Versuch der beste inhaltliche Ansprechpartner & Experte zu sein, irgendwie von meinen Mitarbeitern entfernt hatte.”

 

Unsere nächste Gesprächspartnerin, Julia Küting, ist bei thyssenkrupp "groß" geworden und seit über 10 Jahren für den Konzern tätig. Seit knapp 2,5 Jahren ist sie nun Head of HR von thyssenkrupp Elevator und arbeitet jeden Tag daran ihrer persönlichen Vision von Führung näher zukommen. Dabei war das nicht immer so und es gab durchaus schon einen Zeitpunkt in ihrer Karriere, an dem Julia in Frage gestellt hat, ob Führung wirklich das Richtige für sie ist. Julia entschied, dass es durchaus das Richtige ist, aber sich einiges ändern muss. Und so begann das Experiment "Führung mal anders denken" und Julias Reise hin zu einem neuen Verständnis von Führung und neuen Führungsansätzen.

 

Wir steigen ein in das Gespräch mit Julia mit der Frage, wie sie sich selbst als Führungskraft beschreiben würde und kommen schnell darauf, dass Julia sich noch immer als "Führungskraft im werden" versteht und noch nicht ganz bei ihrer Vision von ihrer eigenen Führung angekommen ist. Dieses konstante Streben danach, die beste Version der eigenen Führungspersönlichkeit zu sein, kommt vor allem davon, das Julia bereits bewegte Zeiten in ihrer Führungslaufbahn hinter sich hat. Zu Beginn ihrer Führungslaufbahn hat der Versuch zu führen wie ihre Vorbilder Julia dazu gebracht, sich wie im Hamsterrad zu fühlen und sogar soweit geführt, dass sie in Frage gestellt hat ob Führung das richtige für sie ist. Julia hat sich dann bewusst von ihren Vorbildern gelöst und mit einem weißen Blatt Papier skizziert was für eine Führungskraft sie sein möchte und woran ihre Mitarbeiter sie messen können sollen. Einer der Schlüssel dafür ist sicherlich Authentizität, was aber durchaus schwierig sein kann als Führungskraft, denn man zeigt sich durch Authentizität, Transparenz und Offenheit an manchen Stellen verletzlich und das stellt durchaus eine Überwindung dar.

 

Auch auf die Frage was für Julia die Führungskraft der Zukunft ausmacht, hat sie eine klare Antwort. Für Julia ist die Führungskraft der Zukunft eher ein Enabler und Coach als der Stürmer der am Ende die Tore schießt. Das bedeutet, dass es in Zukunft die Hauptaufgabe von Führungskräften ist, die richtigen Menschen mit den richtigen Kompetenzen auszuwählen und aus diesen ein Team zu formen, das Team mit Informationen zu versorgen und dafür zu sorgen, dass eine emotionale Sicherheit herrscht, in der Mitarbeiter sich ausprobieren können und auch einmal etwas wagen können. Genau diese Dinge versucht sie auch in ihren eigenen Teams umzusetzen und hat dafür ganz bewusst Aspekte an ihrem Führungsverhalten verändert und Dinge anders gemacht. Eine der ersten Dinge die Julia eingeführt hat, war ein Raumplan um die Vernetzung untereinander (und auch über Abteilungsgrenzen hinweg) zu fördern und auch selbst wieder näher an ihre Mitarbeiter heranzurücken, denn Julia hat u.a. ihr Büro aufgegeben, um so Platz für einen Besprechungsraum zu machen, der es allen ermöglicht gemeinsam an Dingen zu arbeiten, denn vorher war dafür schlicht und ergreifend kein Platz. Ein weiterer wichtiger Baustein war der Wunsch danach, Entscheidungen an die Teams und Mitarbeiter abzugeben und diese so zu befähigen ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Um das zu erreichen hat Julia beschlossen ihren Posten als "Schatzmeisterin" aufzugeben und lässt ihre Teams nun eigenständig über Budgets und deren Verwendung bestimmen. Doch das abgeben von Entscheidungen war zum einen nicht immer leicht für Julia und zum anderen auch einer der Punkte, die sie rückblickend anders machen würde. In einzelnen Fällen hat sie durch das Abgeben von Verantwortung und Entscheidungsmacht vereinzelt Mitarbeiter etwas überfordert, da diese entweder noch nicht bereit waren oder ggf. nicht alle notwendigen Informationen hatten. Doch das ist ein Punkt den Julia für sich erkannt hat und für den sie mittlerweile bessere Wege gefunden hat - doch das geht nur, wenn man sich immer wieder selbst reflektiert. Auch wenn laut Julia der Blick in den Spiegel und die Evaluation des eignen Führungsverhaltens nicht immer leicht ist. 

 

Du willst mehr über Julias Reise als Führungskraft erfahren? Außerdem möchtest du tiefer in die Möglichkeiten neuer Führung im Großkonzern sowie konkrete Maßnahmen, die Julia bei thyssenkrupp Elevator umgesetzt hat, eintauchen? Dann hör' direkt hier in die aktuelle Folge mit Julia rein!

 

Shownotes:

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