#Purpose, Purpose, Purpose: Folge 22 mit Julia von Winterfeldt, Gründerin & CEO von Soulworx, über die wahre Bedeutung von Purpose (u.a. auch für Führung) und die Frage, wie man eigentlich seinen eigenen Sinn findet

„Der Schlüssel für nachhaltig besseres Arbeiten sind Sinn, System und Seele: Sich Sinn vor Augen führen, diesem systematisch nachgehen und mit der eigenen Seele verfolgen.“

 

Nach 20 Jahren in verschiedensten Positionen in der Digitalbranche hatte Julia fast ihren eigenen Sinn verloren und beschloss 2015 ihre Position als Geschäftsführerin einer Agentur aufzugeben und sich mit der Gründung von Soulworx wieder auf die Suche nach ihrem Purpose zu machen. Ein Schritt der ihr nicht leicht gefallen ist, es ihr aber ermöglicht andere Menschen und Unternehmen auf der Reise zu ihrem Sinn zu begleiten. Nachdem Julia das Wort Purpose, besonders im deutschen und europäischen Raum, wie kaum eine andere geprägt hat, gab es aus unserer Sicht keinen besseren Gesprächspartner für diese Folge des Podcasts und wir sind dankbar, das Julia ihre persönliche Geschichte und ihre Ansichten mit uns geteilt hat.

 

Der Wunsch nach mehr Sinn und mehr Menschlichkeit motivierte Julia in 2015 Soulworx zu gründen und sich für diese Themen einzusetzen. Seitdem hat sich viel getan und wir erleben, dass in den letzten Jahren das Thema Purpose mehr und mehr auf der Agenda vieler Unternehmen steht. Diese Entwicklung wird laut Julia vor allem durch die Erkenntnis getrieben, dass eine Gewinnmaximierung für uns als Weltgesellschaft nicht mehr ewig tragbar ist und wir als Menschen erkennen, das wir uns wieder fragen müssen, welchen Beitrag zum Nutzen aller wir als Unternehmen leisten. Deshalb interessiert uns vor allem wie Julia die aktuellen Diskussionen zu Purpose wahrnimmt und ob sie das Gefühl hat, das Purpose zunehmend zu einem Marketingthema verkommt. Obwohl Julia sich grundsätzlich freut, dass sich mehr Menschen diesem Thema und seiner Wichtigkeit bewusst werden, hat sie trotzdem das Gefühl, das Purpose oftmals zu einer reinen Handlungsmaßnahme geworden ist. Diese Entwicklung hat u.a. dazu geführt, dass der Begriff Purposewashing entstanden ist. Dabei geht es um Unternehmen, die das Thema Purpose lediglich halbherzig verfolgen und zur positiven Positionierung nutzen. Daher lohnt sich die Frage an Julia, was sie eigentlich unter Purpose versteht, wenn sie davon spricht und was es bedeutet, wenn man es wirklich ernst nimmt mit dem Thema. Dabei lohnt es sich zwischen dem Individuum und dem Unternehmen zu unterscheiden - auf beiden Ebenen gibt es einen Sinn, allerdings unterscheidet er sich durchaus. Auf individueller Ebene geht es vor allem um die einzigartige Essenz die jeder von uns in sich trägt, bewusst oder unbewusst, und die wir durch unser Handeln in die Welt tragen. Auf das Unternehmen übertragen bedeutet das, dass wir uns bewusst für ein Unternehmen entscheiden, bei dem wir das Gefühl haben, dass unsere Arbeit einem übergeordneten Sinn dient und wir diesen gemeinsam mit anderen verfolgen können. Ein tolles Beispiel für ein Unternehmen, dass sich ernsthaft dafür entschieden hat sich mit dem Thema Purpose zu beschäftigen, ist übrigens Axel Springer. Gemeinsam mit Julia und Soulworx hat sich die Personalabteilung von Axel Springer auf die Reise gemacht den eigenen Purpose zu definieren und hat diesen mit Hilfe eines repräsentativen Querschnitts der Belegschaft angefangen zu erarbeiten. 

 

Allerdings ist es oftmals gar nicht so leicht herauszufinden, was der eigene Purpose ist. Oftmals hilft dabei ein Punkt im Leben, an dem man merkt, dass das Umfeld nicht mehr mit den eigenen Vorstellungen zusammenpasst und man beginnt zu reflektieren, was einem wichtig ist und für was man seine Zeit einsetzen möchte. Dabei kann es auch sein, dass sich der Purpose in verschiedenen Lebensphasen unterscheidet und man im Laufe seines Lebens mehr als nur einen Purpose hat. Für Julia lässt sich die Einzigartigkeit bzw. der Purpose eines Menschen in insgesamt vier Bestandteile herunterbrennen: (1) Die einzigartige Essenz eines Menschen, (2) die Wirkung die dadurch entfaltet wird, (3) in welchem Kontext möchte ich meine Einzigartigkeit einsetzen und (4) der Botschaft, die hinter diesen drei Bestandteilen steckt. Zum einen geben diese vier Bestandteile gute Anhaltspunkte um sich seines eigene Purpose bewusst zu werden, aber der dritte Punkt, Kontext, ermöglicht es uns auch, gezielt zu entscheiden, in welchem Feld wir unsere Purpose einsetzen wollen und diesen ggf. zu verändern. Auch wenn diese Fragen ein hohes Maß an Reflexion fordert und das Herausfinden des eigenes Purpose ein durchaus anstrengender sowie langer Prozess sein kann.

 

Du willst mehr über das Thema Purpose erfahren? Außerdem möchtest du tiefer in die aktuellen Diskussionen rund um den Sinn in der Arbeitswelt eintauchen und erfahren, wie auch du dir bewusst machen kannst, was deine Essenz und dein Purpose ist? Dann hör' direkt hier in die aktuelle Folge mit Julia rein!

 

Shownotes:

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