#Zu Gast im Digitalministerium: Folge 24 mit der bayerischen Digitalministerin Judith Gerlach über den Stand der Digitalisierung in Deutschland und die Bedeutung von Digitaler Bildung für ein zukunftsfähiges Schulsystem.

“Als Gesellschaft können wir nicht die Decke über den Kopf ziehen und warten, dass der Wandel an uns vorüber geht. Das wird nicht passieren. Also müssen wir das Ganze in die Hand nehmen, diese Themen aktiv gestalten und den Anspruch haben, selbst zu entscheiden, wie diese Entwicklung von sich geht.”

 

Heute mal eine etwas andere Folge unseres Podcasts - denn wir waren im Oktober zu Gast im bayerischen Digitalministerium und hatten die Möglichkeit mit der bayerischen Digitalministerin Judith Gerlach über ihre Sicht der Digitalisierung zu sprechen. Die politische Reise von Judith Gerlach begann 2013 als sie als jüngste Abgeordnete in den Landtag einzog - und dabei wollte Judith Gerlach doch eigentlich gar nicht Berufspolitikerin werden, sondern nach ihrem Jurastudium als Anwältin arbeiten. Dieses Gefühl ins kalte Wasser geschmissen zu werden hatte sie Ende 2018 direkt wieder, als sie zur Digitalministerin ernannt wurde. Mittlerweile ist sie knapp über ein Jahr im Amt und hat gelernt, dass man vor allem Spaß haben sollte und wenn man ins kalte Wasser geschmissen wird, einfach anfangen muss zu schwimmen. 

 

Wir waren im Oktober zu Gast in München, wenige Tage nach einem der Megaevents im Digitalbereich: Der Bits & Pretzels. Auch Judith Gerlach war vor Ort und daher wollten wir als Erstes mal wissen wie sie die Bits & Pretzels erlebt hat und was, neben der Rede von Barack Obama, ihr Highlight dieser drei Tage war. Für Judith Gerlach war neben einem grundoptimistischen Barack Obama (sorry, einmal musste es noch sein) vor allem der Spirit der Bits & Pretzels beeindruckend. Hunderte von Gründerinnen und Gründer gehen tagtäglich entscheidende und zukunftsweisende Themen an und beweisen dabei immer wieder eine große Portion Optimismus, Mut und Gestaltungswillen. Attribute die wir in Deutschland mehr und mehr fördern müssen - auch in der Politik, wenn es nach Judith Gerlach geht. Wenn wir schon mal mit einer Digitalministerin sprechen können, müssen wir natürlich auch nach dem Stand der Digitalisierung in Deutschland fragen und da wird schnell klar: Ähnlich wie in Unternehmen, ist Digitalisierung auch auf politischer Ebene ein komplexes Thema, dass viele unterschiedliche Lebensbereiche beeinflusst: Von der Infrastruktur, 5G oder Glasfaser bis hin zu Themen wie digitaler Verwaltung oder digitaler Bildung.

 

Neben diesen harten Fakten spielt natürlich auch das Thema Mindset eine große Rolle, wenn wir über die Digitalisierung in Deutschland sprechen. Hier erleben wir derzeit eine kleine Spaltung der Gesellschaft zwischen denjenigen, die diese Themen vorantreiben und voraneilen, denen es kaum schnell genug gehen kann, und denen, die sich mit all dieser Veränderung schwer tun und denen es derzeit an vielen Stellen viel zu schnell geht, so dass sie sich abgehängt fühlen. Hier müssen wir laut Judith Gerlach als Gesellschaft einen gemeinsamen Mittelweg finden, so dass wir weiterhin diese Themen treiben und als Menschen auch den Anspruch haben die Digitalisierung aktiv zu gestalten und gleichzeitig aufeinander Rücksicht zu nehmen und niemanden auf dem Weg zurückzulassen. Diese Vermittlerrolle ist ein großer Teil ihrer Rolle als Digitalministerin - auch wenn es nicht immer eine leichte ist. Ein weiteres wichtiges Thema mit Blick auf die politische Seite von Digitalisierung ist das Thema der digitalen Bildung sowie der Zukunftskompetenzen. Und auch dort hat sich das Bild von Judith Gerlach mit der Zeit gewandelt: Während sie vor ein paar Jahren noch fachliche Kompetenzen (in einer schönen Analogie zu Schulfächern) als entscheidend gesehen hätte, denkt sie mittlerweile, dass vor allem Soft Skills wie Flexibilität, Kreativität, Intuition und lebenslanges Lernen entscheidend für die Zukunft sind. Und doch passen alle diese Kompetenzen nicht wirklich zu unserem derzeitig vorherrschenden Schul- und Bildungssystem. Zu Beginn stellt Judith Gerlach dann auch klar, dass es mit der Einführung von Smartboards oder iPad-Klassen auf keinen Fall getan ist, sondern wir vermehrt projektbezogenes Arbeiten statt monologischem Unterricht brauchen und wir vermehrt gemeinsame Lösungsorientierung in diversen und heterogenen Teams fördern müssen, auch wenn hier erste Schritte bereits getan sind und Verbesserungen schon heute zu beobachten sind. Neben neuen Arbeitsformen in der Unterrichtsvermittlung ist ebenfalls eine Verschiebung der Fächeranteile notwendig, auch wenn das stets die Herausforderung mit sich bringt, dass andere Fächern Anteile verlieren und es oftmals schwierig ist, die beste Mischung zu finden. 

 

Zuletzt sprechen wir mit Judith Gerlach noch über ihr erstes großes Programm: BayFiD (Bayerns Frauen in Digitalberufen). Als Reaktion auf die teilweise erschreckenden Zahlen von Frauen in Digitalberufen und um Aufmerksamkeit für tolle Role-Models und Möglichkeiten der digitalen Welt zu generieren, entschied sich Judith Gerlach 50 jungen Frauen die Möglichkeit eines Zweijahres Programmes mit Vorbildern, Netzwerken und tollen Einblicken zu geben. Der Role-Model Gedanke ist für sie dabei ein ganz wichtiger, denn wir haben bereits viele tolle Frauen in Digitalberufen, die jungen Frauen Inspiration geben können, aber wir sprechen noch viel zu wenig darüber. Hier setzt BayFiD an und trägt einen Teil dazu bei, dass sich Frauen vernetzen, gegenseitig unterstützen und bestärken und gemeinsam die digitale Welt gestalten.

 

Du willst mehr über das Thema digitale Bildung und die Auswirkungen auf unser Schul- und Bildungssystem erfahren? Außerdem möchtest du wissen, wie Judith Gerlach den Stand der Digitalisierung in Deutschland wahrnimmt und worauf es ihrer Meinung nach für uns als Gesellschaft in Zukunft vermehrt ankommen wird? Dann hör' jetzt direkt in die Folge mit der bayerischen Digitalministerin Judith Gerlach rein!

Shownotes:

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Alle zwei Wochen veröffentlichen wir eine neue Podcastfolge, in der wir gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft & Forschung, relevante Aspekte einer digitalen Führungskultur diskutieren.


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