#Das Leben als Chief Digital Officer: Folge 29 mit Bernd Preuschoff, ehemaliger Senior VP Digital Transformation & Global Strategy bei Schwan Stabilo Cosmetics, über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Kosmetikbranche und seine Rolle als Chief Digital Officer

"Man kann nicht für eine Transformationsrolle einsteigen und dann hoffen "everybodys darling" zu sein. Das kann nicht funktionieren."

 

Was macht eigentlich einen erfolgreichen Chief Digital Officer aus? Und welche Rolle spielt das Thema Kommunikation für erfolgreiche Führung im digitalen Wandel? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als Bernd Preuschoff, bis vor kurzem noch Senior Vice President Digital Transformation & Global Strategy bei Schwan Stabilo Cosmetics. Saskia hat Bernd in seinen letzten Tagen beim "Schwan" (Bernd wird ab Mai 2020 eine spannende neue Aufgabe als Group CDO bei einem bekannten deutschen Markenunternehmen antreten) in Nürnberg getroffen und mit ihm darüber gesprochen, wie er die Auswirkungen der Digitalisierung in der Kosmetikbranche und seine Rolle als Chief Digital Officer wahrnimmt. Außerdem sprechen die beiden über die Erfolgsfaktoren für seine beeindruckende Arbeit mit Hinblick auf die digitale Transformation von Schwan Stabilo Cosmetics sowie die zukünftigen Kernkompetenzen erfolgreicher (digitaler) Führungskräfte.

 

Bernd sagt er machte Digitalisierung schon lange bevor es zum Modewort wurde. Saskia zieht ihn damit gerne etwas auf. Aber am Ende des Tages gibt es wohl kaum einen besseren Interviewpartner für das Thema als Bernd. Er hat in seiner Zeit als CDO, CIO und CSO des Kosmetikherstellers Schwan Stabilo Cosmetics (Ja, das sind die mit den Stiften) eindrucksvoll gezeigt, wie man als CDO nachhaltig eine erfolgreiche (digitale) Transformation im Mittelstand vorantreibt. Auch wenn man auf den ersten Blick meint, die Kosmetik- und Beautyindustrie sei relativ wenig betroffen von den Auswirkungen der Digitalisierung, beschreibt Bernd einige grundlegende Veränderungen, die Schwan vor einige Herausforderungen gestellt haben. Die Kernexpertise von Schwan Stabilo war schon immer die Ergonomie des Stiftes (egal ob Lippenstift oder Fineliner) und ein hoher Qualitätsanspruch mit Hinblick auf die Textur. Doch leider sind das zwei Eigenschaften, die Kunden erst wertschätzen, wenn sie den Stift gekauft haben. Und in Zeiten der Digitalisierung funktioniert das vor allem über Influencer und Social Media. Und so ergab sich für Schwan ein ganz neuer Vertriebskanal für seine Produkte - die Zusammenarbeit mit Influencern, die so ihre eigene Kosmetiklinie kreieren konnten (Kylie Jenner zeigt gerade allen wie man damit unfassbar schnell, unfassbar viel Geld verdient). Klingt wie ein kleiner Schritt und ist doch Sinnbild für viele Probleme etablierter Unternehmen in der Digitalisierung: Wie können wie unseren Kern, den USP der Firma und unsere Expertise beibehalten, aber mit Hilfe digitaler Technologien auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren? Bisher gelingt das nur vereinzelt.

 

Mit Bernd spricht Saskia auch darüber, wie er seine Rolle als CDO wahrnimmt und was entscheidend dafür war, dass er, anders als viele andere, nicht als "Spinner", "Bedrohung" oder "die spielen nur mit bunten Post-Its", wahrgenommen wurde. Rückblickend sind für ihn vor allem zwei Dinge zentral gewesen: (1) Schneller, anfassbarer Mehrwert, der das Kerngeschäft erweitert (eben genau nicht komplett disputiert) und eine (2) Nahbarkeit und offene Kommunikation. So hat sich Bernd bewusst gegen ein buntes, schickes Office im hippen Berlin-Kreuzberg entschieden, weil es ihm wichtig war, als Teil der Kernorganisation angesehen zu werden und sich als Teil der (Führungs-)Mannschaft zu verstehen. Zudem war es für Bernd immer ein Erfolgskriterium Projekte zu starten, die nicht als reine Piloten oder Studien außerhalb der Firmenmauern laufen, sondern er hat mit seinem Team bewusst Projekte in Angriff genommen, die "Probleme" der Kernorganisation lösen oder bestehende Prozesse mit Hilfe Digitaler Technologien radikal neu zu denken und aufzusetzen. Mit Hinblick auf Führung von Morgen steht Führen für Bernd in Zukunft unter dem Titel "Führen in Unsicherheit". Wo wir viele Jahre gewohnt waren, 5-6 Jahre im Voraus zu planen und Entscheidungen nur auf Grundlage einer hieb- und stichfesten Datenbasis zu treffen, erleben wir immer mehr, dass das im digitalen Zeitalter nicht mehr möglich ist. Folglich, muss es in Zukunft in Ordnung sein als Führungskraft zu sagen "Ich weiß es auch nicht, aber wir finden es gemeinsam heraus" oder Entscheidungen zu treffen, die auch mal schief gehen können. Wichtig ist abzuwägen, an welchen Stellen es weiterhin oberster Sorgfalt bedarf und an welchen Stellen Risiken bewusst eingegangen und 80/20 Ansätze auch mal ausprobiert werden können.

 

Du willst mehr über die Transformation von Schwan Stabilo Cosmetics und der Kosmetikbranche wissen? Außerdem möchtest du Einblicke in das Leben eines Chief Digital Officers bekommen und erfahren, was die Erfolgsfaktoren für zukünftige "Digital Leader" sind? Dann hör' jetzt direkt in die Folge mit Bernd rein!

Shownotes:

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